CHIP-Mutationen: Neuer Risikofaktor für Herzpatienten enttarnt
Forschende haben CHIP-Mutationen als neuen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert. Diese Veränderungen in blutbildenden Stammzellen treten mit zunehmendem Alter auf und führen zu mutierten Blutzellen, die übermäßig Entzündungsstoffe produzieren. Dadurch steigt das Risiko für Gefäßverkalkungen, Blutgerinnsel und schwere Herzprobleme wie Vorhofflimmern, Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Die Deutsche Herzstiftung fördert eine Studie am Universitätsklinikum Freiburg und der Charité Berlin mit rund 70.000 Euro, um die Mechanismen zu entschlüsseln. Betroffen sind vor allem ältere Menschen; in der Altersgruppe über 70 Jahre trägt etwa jeder Zehnte solche Mutationen. Bei Herzpatienten ist der Anteil höher: Jeder Dritte weist CHIP auf, und bei Patienten mit Vorhofflimmern liegt er bei fast einem Viertel.

Die Mutationen verschärfen bestehende Erkrankungen. So ist das Vorhofflimmern-Risiko bei CHIP-Trägern um bis zu 45 Prozent erhöht, das für Koronare Herzkrankheit fast verdoppelt und das für frühe Herzinfarkte vervierfacht. Schlaganfallrisiken steigen um 14 Prozent. Die Forscher analysieren Blutproben von 2400 Patienten mit Vorhofflimmern, um Zusammenhänge unabhängig von klassischen Faktoren wie Rauchen oder Diabetes zu klären.
Ziel ist eine personalisierte Medizin, die CHIP-Träger gezielter behandelt, um Ereignisse wie Infarkte oder Schlaganfälle zu verhindern. Eine kürzlich im European Heart Journal veröffentlichte Studie unterstreicht CHIP als erworbenen genetischen Faktor, der den Schweregrad von Herzkrankheiten und die Sterblichkeit beeinflusst. Die Herzstiftung investiert jährlich über sechs Millionen Euro in solche Projekte.
Original Paper:
Eur Heart J. 2025 Sep 3:ehaf602. doi: 10.1093/eurheartj/ehaf602. Online ahead of print.PMID: 40900105
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.




