Augentropfen-Wirkstoff bildet PFAS-ähnliche Substanz
Ein in einigen frei verkäuflichen Augentropfen verwendeter fluorierter Wirkstoff (Perfluorohexyloctan) kann Leberzellen verändern und teilweise in eine PFAS-ähnliche Verbindung umgewandelt werden. Das zeigt eine neue Studie der Örebro-Universität, die in Environment International erschienen ist.
Auslöser der Untersuchung waren Fragen eines Journalisten zur Sicherheit von Augentropfen. Die Forschenden um Prof. Tuulia Hyötyläinen, Expertin für Chemie, und PD Dr. Andi Alijagic, Leiter der Experimente, untersuchten die Substanz, die strukturell PFAS ähnelt, aber bisher als biologisch inaktiv galt.

Die Analyse ergab jedoch globale Veränderungen im Stoffwechsel menschlicher Leberzellen unter langfristiger, niedrig dosierter Exposition – ein Szenario, das wiederholter Anwendung entspricht. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Perfluorohexyloctan in den Zellen teilweise zu einer PFAS-ähnlichen Substanz (Perfluorohexyloctansäure) umgewandelt wird. Dies widerlegt die Annahme, dass der Stoff im Körper unverändert bleibt.
Obwohl die Ergebnisse nicht direkt auf gesundheitliche Auswirkungen beim Menschen übertragbar sind, deuten sie auf ein Risiko bei langfristiger Exposition hin. Die Forschenden fordern weitere Langzeitstudien in vivo und eine genauere regulatorische Bewertung fluorierter Verbindungen in Medizin- und Hygieneprodukten. Es sei bemerkenswert, dass ähnliche Substanzen in Skiwachs verboten seien, in Augentropfen jedoch nicht.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Sicherheit fluorierter Chemikalien in Alltagsprodukten stärker zu untersuchen, um langfristige Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Original Paper:
Alijagic A. et al.: Metabolic effects and biotransformation of perfluorohexyloctane in human hepatocytes. Environment International, 2026. DOI: 10.1016/j.envint.2026.070X
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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