AOK übernimmt Mehrkosten für salbutamolhaltige Dosieraerosole bei Lieferengpässen

von | Jan. 30, 2026 | Gesundheit, Politik

Die AOK-Gemeinschaft hat beschlossen, ab 1. Februar 2026 für ihre Versicherten die Mehrkosten von salbutamolhaltigen Dosieraerosolen zu übernehmen, die den Festbetrag übersteigen. Diese Ausnahmeregelung gilt vorerst für die Dauer des vom Bundesgesundheitsministerium festgestellten Versorgungsmangels. Salbutamol, ein Beta-2-Sympathomimetikum, wird zur Behandlung von Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD) eingesetzt.

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte aufgrund anhaltender Lieferengpässe Empfehlungen zur Abmilderung der Versorgungsprobleme veröffentlicht. Die derzeit verfügbaren Präparate liegen preislich über dem Festbetrag, sodass für Versicherte normalerweise Zuzahlungen anfallen würden. Da nicht alle Patienten auf Alternativen umgestellt werden können und deutsche Ware zum Festbetrag derzeit nicht flächendeckend erhältlich ist, übernehmen die AOKs die Differenzkosten. In den vergangenen Wochen und Monaten waren salbutamolhaltige Dosieraerosole für AOK-Versicherte bereits ohne Aufzahlung verfügbar.

Symbolbild. Credits; geralt/Pixabay
Symbolbild. Credits; geralt/Pixabay

AOK-Vorständin Carola Reimann fordert angesichts wiederkehrender Liefer- und Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln wirksamere Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungssicherheit. Dazu gehöre ein verpflichtendes Frühwarnsystem entlang der gesamten Lieferkette, wie es in anderen Ländern bereits umgesetzt wird. Zudem müssten Bevorratung und Lagerhaltung beim Großhandel und in den pharmazeutischen Unternehmen – auch unabhängig von Rabattverträgen – deutlich ausgebaut werden.

Die Regelung soll Betroffene in der akuten Engpasssituation entlasten und eine kontinuierliche Therapie mit dem unverzichtbaren Wirkstoff gewährleisten.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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