Altenpflege: Neuer ZQP-Ratgeber schützt vor finanzieller Ausbeutung und Betrug

von | Feb. 17, 2026 | Gesundheit, Politik

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat einen neuen Kurzratgeber veröffentlicht, der pflegende Angehörige dabei unterstützt, ältere pflegebedürftige Menschen vor finanzieller Ausbeutung zu bewahren und bei Verdacht oder Vorfällen richtig zu handeln. Der kostenfreie und werbefreie Ratgeber steht online zum Download oder zur Bestellung bereit.

Pflegebedürftige Senioren sind besonders anfällig für Betrug, Onlinebetrug und Trickdiebstahl. Täter nutzen gesundheitliche Einschränkungen, soziale Isolation, Ängste oder Sehnsüchte aus und setzen auf Methoden wie Schockanrufe mit Enkeltrick, gefälschte Gewinnversprechen per E-Mail oder manipulierende Messenger-Nachrichten. Finanzielle Ausbeutung kann jedoch auch aus dem nahen Umfeld kommen, etwa durch willkürliche Verfügung über Ausgaben, Nötigung zu Geschenken oder Missbrauch von Vollmachten. Die Folgen sind oft gravierend: gesundheitliche Verschlechterung, soziale Isolation und wirtschaftliche Notlage, die sich wiederum negativ auf die Pflegesituation auswirken.

Eine aktuelle ZQP-Studie zeigt, dass viele pflegende Angehörige die Gefahr der finanziellen Ausbeutung erkennen und ein Teil bereits damit konfrontiert war. Der Kurzratgeber „Ältere pflegebedürftige Menschen vor finanzieller Ausbeutung schützen“ bietet praxisnahe Informationen und Handlungsempfehlungen zur Vorbeugung und Intervention.

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

Zentrale Botschaft ist, pflegebedürftige Menschen bei finanziellen Angelegenheiten entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen, ihrer Situation und ihrem Willen zu unterstützen – ohne sie zu bevormunden. Pflegebedürftige behalten grundsätzlich das Recht, selbst über ihre Finanzen zu entscheiden. Daniela Sulmann, Geschäftsleiterin und Pflegeexpertin beim ZQP, betont die Notwendigkeit klarer Absprachen: Wer hilft wobei, wer hat welche Befugnisse und wie wird Transparenz gewährleistet?

Bei fortschreitender Demenz oder eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit können Wünsche und tatsächliche Bedürfnisse auseinanderdriften. Sulmann empfiehlt, den Willen frühzeitig schriftlich festzuhalten, etwa in einer konkret formulierten Vorsorgevollmacht. Vor- und Nachteile solcher Regelungen sollten gemeinsam besprochen und bei Bedarf fachliche Beratung zu Vollmachten und Betreuungsrecht in Anspruch genommen werden. Der Ratgeber nennt entsprechende Anlaufstellen.

Weiterhin rät das ZQP, sich über typische Betrugsmaschen und Risikosituationen zu informieren und diese Themen offen mit der pflegebedürftigen Person zu besprechen. Wichtige Warnsignale sind ungewöhnliche Kontobewegungen, wertvolle Geschenke an Dritte oder plötzliche Änderungen bei Testamenten und Vollmachten. Bei Verdacht oder bestätigtem Vorfall gibt der Ratgeber Hinweise, wie man vorgeht und an wen man sich wenden kann.

Original paper:

Ältere pflegebedürftige Menschen vor finanzieller Ausbeutung schützen – Stiftung ZQP


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

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