Deutsche kennen Parkinson-Symptome nur lückenhaft

von | Apr. 8, 2026 | Forschung, Gesundheit

Viele Deutsche kennen Parkinson nur unzureichend. Das zeigt der erste Parkinson Awareness Monitor, eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Personen. Zwar ist die Bereitschaft zur Früherkennung hoch, doch das Wissen über die Erkrankung und ihre Frühzeichen bleibt lückenhaft. Die Studie wurde vom Biotech-Unternehmen MODAG in Auftrag gegeben und erscheint zum Welt-Parkinson-Tag am 11. April.

Nur 57,9 Prozent der Befragten ordnen Parkinson korrekt als chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems ein. Mehr als vier von zehn liegen falsch: 23,8 Prozent halten sie für eine degenerative Störung des Bewegungsapparates, andere für eine psychische oder eine Durchblutungserkrankung.

Neuronen. Symbolbild. Credits: Pixabay
Neuronen. Symbolbild. Credits: Pixabay

Bei den Symptomen dominiert das klassische Bild: 80,8 Prozent nennen Zittern und Bewegungssteifheit. Die oft entscheidenden Frühwarnzeichen kennen hingegen nur wenige: Den schleichenden Verlust des Geruchssinns nennen lediglich 12,5 Prozent, Schlafstörungen 11,1 Prozent und chronische Verdauungsprobleme 9,6 Prozent. Diese nicht-motorischen Symptome können Jahre vor den Bewegungsstörungen auftreten.

Auch bei der Diagnose bestehen deutliche Irrtümer. Nur 29,5 Prozent wissen, dass die Sicherung der Diagnose oft ein jahrelanger Prozess ist. 38,4 Prozent glauben fälschlicherweise, ein einfacher Test beim Hausarzt oder Genetiker sei bereits heute möglich. Nur 19,2 Prozent fühlen sich sicher, erste Anzeichen bei sich oder Angehörigen rechtzeitig zu erkennen.

Die Bereitschaft zur Früherkennung ist dagegen hoch: 40 Prozent würden einen sicheren Test sofort durchführen lassen, weitere 44,2 Prozent nach Rücksprache mit einem Arzt. 72,7 Prozent sind überzeugt, dass eine frühe Diagnose den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Gleichzeitig fühlen sich fast die Hälfte (49,6 Prozent) durch Medien und Aufklärungskampagnen schlecht oder gar nicht informiert.

Die größte Sorge bei einer möglichen Diagnose ist für 64,5 Prozent der Verlust der Selbstständigkeit im Alltag. 39,1 Prozent fürchten mangelnde Therapieoptionen, 24 Prozent haben Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung.

Die Umfrageergebnisse zeigen eine klare Aufklärungslücke: Während das Zittern als Symptom bekannt ist, bleiben frühe nicht-motorische Warnzeichen weitgehend unbekannt. Dadurch kommen Betroffene häufig zu spät zum Arzt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, das öffentliche Bild von Parkinson zu korrigieren und die Früherkennung zu verbessern.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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