Zwei Heidelberger Forschende erhalten Deutschen Krebspreis 2026
Die Deutsche Krebsgesellschaft zeichnet in diesem Jahr gleich zwei Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg mit dem Deutschen Krebspreis aus. Prof. Dr. Jessica Hassel erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Klinische Forschung“, Prof. Dr. Dr. Felix Sahm in der Kategorie „Translationale Forschung“ (gemeinsam mit Prof. Dr. David Capper von der Charité – Universitätsmedizin Berlin).
Prof. Jessica Hassel leitet das Hauttumorzentrum am Universitätsklinikum Heidelberg und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Sie wird für ihre wegweisenden klinischen Studien zu Immun- und Kombinationstherapien beim fortgeschrittenen Melanom (Schwarzer Hautkrebs) geehrt. Ihre Arbeiten haben neuen Therapieoptionen, darunter sogenannte Krebsimpfstoffe und den bispezifischen Antikörper Tebentafusp bei Augenmelanomen, den Weg in die klinische Anwendung bereitet. Darüber hinaus hat sie „Liquid Biopsy“-Verfahren zur Therapiekontrolle etabliert und patientenzentrierte Online-Entscheidungshilfen für Betroffene entwickelt.

Prof. Felix Sahm, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Abteilung Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg und Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), erhält den Preis für seine Forschung zur molekularen Klassifizierung von Hirntumoren. Er hat ein neues Klassifizierungssystem für Meningeome (Tumoren der Hirnhaut) auf Basis von DNA-Methylierungsmustern entwickelt, das inzwischen in internationalen Diagnostikleitlinien empfohlen wird. Die Methode ermöglicht eine präzisere Einteilung der Tumoren und eine bessere Risikoabschätzung als die alleinige histologische Untersuchung. Gemeinsam mit Prof. David Capper hat er die molekulare Diagnostik von Hirntumoren grundlegend weiterentwickelt.
Die Preisverleihung findet am 19. Juni 2026 in Berlin statt. Der Deutsche Krebspreis zählt zu den höchsten Auszeichnungen in der Onkologie und wird jährlich in den Kategorien Klinische Forschung, Translationale Forschung, Experimentelle Forschung und Versorgungsforschung vergeben.
Das Universitätsklinikum Heidelberg und die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg würdigten die Doppelauszeichnung als Beleg für die starke translationale Forschungskultur vor Ort. Die Arbeiten beider Preisträger tragen dazu bei, Diagnostik und Therapie schwerer Krebserkrankungen spürbar zu verbessern und schneller in die Patientenversorgung zu überführen.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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