Schnelltest soll Vancomycin-resistente Enterokokken zuverlässiger erkennen
Forschende der Uniklinik Köln und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln gemeinsam mit einem belgischen Industriepartner einen Antikörper-basierten Schnelltest für Vancomycin-resistente Enterococcus faecium (VRE). Der Test soll beide wichtigen Resistenzmechanismen VanA und VanB zuverlässig nachweisen und damit eine Schwachstelle in der bisherigen Diagnostik schließen.
Vancomycin-resistente Enterokokken zählen zu den besonders gefährlichen Krankenhauskeimen. Sie verursachen bei immungeschwächten Patienten schwer behandelbare Infektionen. Während der VanA-Resistenzmechanismus in Routine-Tests meist gut erkannt wird, entgeht der VanB-Mechanismus häufig der Entdeckung. Dies kann zu unwirksamen Therapien und weiterer Ausbreitung des Erregers führen.

Der neue Schnelltest basiert auf spezifischen Antikörpern, die die Expression der Resistenzenzyme direkt nachweisen. Ein Prototyp wird derzeit mit klinischen Isolaten und in einem in-vitro-Darmmodell der Universität Bonn evaluiert. Anschließend soll er zusammen mit dem Industriepartner zur Marktreife gebracht werden. In einer klinischen Studie wird zudem geprüft, wie gut sich der Test in den Routinebetrieb eines universitären Diagnostiklabors integrieren lässt.
Ziel ist ein einfach anzuwendender Test, der die Diagnostik von VRE sicherer, schneller und kostengünstiger macht. Das Team um Dr. Alexander Klimka und Dr. Paul Higgins vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Uniklinik Köln kann dabei auf erfolgreiche Vorerfahrungen zurückgreifen: Gemeinsam mit demselben belgischen Partner haben sie bereits zwei Schnelltests zur Erkennung Carbapenemase-resistenter Acinetobacter baumannii zur Marktreife geführt.
Die Entwicklung soll dazu beitragen, die Behandlung von VRE-Infektionen zu verbessern und die Ausbreitung dieser Problemkeime in Kliniken einzudämmen.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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