Mäßiger Konsum koffeinhaltigen Kaffees oder Tees senkt Demenzrisiko

von | März 2, 2026 | Forschung, Gesundheit

Mäßiger Konsum koffeinhaltigen Kaffees oder Tees ist mit einem geringeren Risiko für Demenz und besserer kognitiver Funktion verbunden. Das ergab eine große prospektive Kohortenstudie mit Daten aus der Nurses’ Health Study (NHS) und der Health Professionals Follow-up Study (HPFS), die über bis zu 43 Jahre lief.

In die Analyse gingen 131.821 Teilnehmende ein (86.606 Frauen aus der NHS und 45.215 Männer aus der HPFS), bei denen zu Studienbeginn keine Demenz, Parkinson oder Krebs vorlag. Über den Beobachtungszeitraum (Median 36,8 Jahre) entwickelten 11.033 Personen eine Demenz.

Der Konsum koffeinhaltigen Kaffees oder Tees wurde wiederholt per Fragebogen erfasst (1 Tasse = 237 ml). Die Teilnehmenden wurden in Quartile eingeteilt. In der höchsten Quartile tranken Frauen im Mittel 4,5 Tassen pro Tag, Männer 2,5 Tassen; in der niedrigsten Quartile gab es keinen Konsum.

Symbolbild. Credits: Pixabay

Nach Bereinigung um demografische Faktoren, Lebensstil, Ernährungsqualität, Komorbiditäten und andere Confounder zeigte sich ein signifikant geringeres Demenzrisiko bei höherem Konsum koffeinhaltigen Kaffees (Hazard Ratio 0,82; 95%-KI 0,76–0,89 beim Vergleich höchstes vs. niedrigstes Quartil; 141 vs. 330 Fälle pro 100.000 Personenjahre). Auch die Prävalenz subjektiver kognitiver Beeinträchtigungen war niedriger (7,8 % vs. 9,5 %; Prävalenzratio 0,85; 95%-KI 0,78–0,93). In der NHS-Kohorte assoziierte höherer Kaffeekonsum zudem mit leicht besserer objektiver kognitiver Leistung.

Ähnliche Effekte zeigten sich bei koffeinhaltigem Tee. Koffeinfreier Kaffee oder Tee hingegen wiesen keinen schützenden Zusammenhang auf. Eine Dosis-Wirkungs-Analyse ergab nicht-lineare inverse Assoziationen; der stärkste Effekt trat bei etwa 2–3 Tassen koffeinhaltigem Kaffee oder 1–2 Tassen Tee pro Tag auf.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) bewertet die Ergebnisse als physiologisch plausibel. Mögliche Mechanismen umfassen eine Reduktion von Beta-Amyloid-Ablagerungen durch Koffein, eine Senkung neuroinflammatorischer Prozesse, antioxidative Wirkungen bioaktiver Substanzen wie Polyphenole und Chlorogensäure sowie eine Verbesserung der Insulinsensitivität. Dennoch handelt es sich um Beobachtungsdaten einer hochwertigen Kohortenstudie – keine randomisiert-kontrollierten Ergebnisse. Kausale Schlüsse seien daher nicht möglich, betont die DGN.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlicht.

Original Paper:

Coffee and Tea Intake, Dementia Risk, and Cognitive Function | Lifestyle Behaviors | JAMA | JAMA Network


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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