Einziges bundesweites Zertifikat für Intensivmedizin künftig im Bundes-Klinik-Atlas sichtbar
Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat ihr Zertifikat „Intensivmedizin“ umfassend überarbeitet und modular erweitert. Das seit 2014 bestehende Qualitätssiegel ist das einzige bundesweite Zertifikat für Intensivmedizin in Deutschland und wird künftig im Bundes-Klinik-Atlas sichtbar sein.
Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat das Zertifikat sowie das separat zertifizierbare Modul „Weaning“ – zur strukturierten Entwöhnung von der Beatmung – positiv bewertet und in seine Übersicht aussagekräftiger Zertifikate und Siegel aufgenommen. Damit sind die Voraussetzungen für die Darstellung zertifizierter Intensivstationen im Klinik-Atlas des Bundes geschaffen.
Das modulare Zertifikat (AIZert) unterstützt Intensivstationen bei der systematischen Weiterentwicklung und Sichtbarmachung ihrer Versorgungsqualität. Es umfasst zentrale strukturelle, personelle und organisatorische Anforderungen der intensivmedizinischen Versorgung. Derzeit sind mehr als 40 Kliniken aus Regel- und Schwerpunktversorgung zertifiziert. Kliniken berichten von nachhaltigen Verbesserungen in Abläufen, Teamstrukturen und interprofessioneller Zusammenarbeit.

Prof. Dr. Gernot Marx, Präsident der DGAI und Intensivmediziner, betonte die Bedeutung nachvollziehbarer und vertrauenswürdiger Qualität – für Fachkräfte ebenso wie für Patienten. Die Anerkennung durch das IQTIG unterstreiche die Praxisnähe und Belastbarkeit der Standards.
Im Rahmen der Aktualisierung wurden neue fakultative Module eingeführt. Das Modul „Infektiologie“ adressiert die wachsende Herausforderung schwerer Infektionen und Sepsis durch strukturierte Prozesse in Diagnostik, Therapie und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Das Modul „Fort- und Weiterbildung“ fördert die Qualifikation ärztlichen Personals durch klare Weiterbildungskonzepte, innovative Lehrformate wie Simulationstrainings und digitale Angebote – besonders relevant vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und Fluktuation.
Prof. Dr. Thorsten Brenner, Leiter der Sektion Intensivmedizin der DGAI, hob hervor, dass hohe Qualität in der Intensivmedizin klare Strukturen, überprüfbare Standards und Investitionen in Expertise und Personal erfordere. Prof. Dr. Johannes Bickenbach und Prof. Dr. Onnen Moerer, die das Update federführend begleitet haben, betonten die enge Anbindung der neuen Module an den Versorgungsalltag und ihren Beitrag zur messbaren Qualitätsentwicklung.
Die DGAI lädt Intensivstationen ein, das Zertifikat als Instrument der strukturierten Qualitätsentwicklung zu nutzen und so die intensivmedizinische Versorgung in Deutschland nachhaltig zu stärken.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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