Roche eröffnet Hightech-Innovationszentrum für Diagnostik in Penzberg
Der Pharmakonzern Roche hat am 12. Februar 2026 in Penzberg eines der modernsten Entwicklungszentren für In-vitro-Diagnostika weltweit offiziell eingeweiht. In den rund 23.000 Quadratmeter großen Neubau investierte das Unternehmen seit Baubeginn im Februar 2022 etwa 300 Millionen Euro. Der Hightech-Bau ist Teil der Investitionsagenda von Roche in Deutschland, in die seit 2020 mehr als 3,5 Milliarden Euro geflossen sind, davon rund die Hälfte am Standort Penzberg.
Künftig arbeiten dort gut 1.000 der etwa 7.700 Mitarbeitenden des Standorts an der Forschung und Entwicklung innovativer Diagnostika, vor allem für Neurologie (etwa Alzheimer und Multiple Sklerose), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten sowie personalisierte Medizin. Durch intelligente Vernetzung, vollautomatisierte Prozesse und hochmoderne Robotik soll die Entwicklungszeit zentraler Schritte der Testentwicklung um etwa 30 Prozent verkürzt werden.
Das Gebäude setzt Maßstäbe in Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Es verfügt über rund 630 Kilometer Datenkabel, mehr als 4.400 intelligente Sensoren und einen vollautomatisierten „Cube“ als zentrales Probenlager für 2,5 Millionen biologische Proben bei minus 80 Grad Celsius. Proben können per Knopfdruck abgerufen werden, zahlreiche Schritte der Reagenzienentwicklung sind digitalisiert, automatisiert und parallelisiert.

Der Energiebedarf liegt im Vergleich zu früheren Labor-Generationen um etwa 70 Prozent niedriger. Der Betrieb ist CO2-frei möglich dank Holz-Hybridbauweise, intelligentem Energiemanagement, Nutzung von Abwärme, einer Photovoltaikanlage mit 130 Kilowatt-Peak und weiteren Maßnahmen. Das Gebäude zählt zu den größten Holz-Hybrid-Projekten in Bayern.
Bei der Einweihung waren unter anderem Bayern Ministerpräsident Markus Söder, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär sowie Roche-CEO Thomas Schinecker anwesend.
Thomas Schinecker betonte, die Investition sei ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland. Schnellere Überführung von Forschungsideen in marktreife Produkte stärke die Wettbewerbsfähigkeit Europas und die resiliente Gesundheitsversorgung. Roche erwarte von der Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen, um Deutschland zu einem führenden Pharma- und Biotech-Standort zu machen.
Alexander Dobrindt hob hervor, das Zentrum stehe für Forschung, Fortschritt und Verantwortung aus Deutschland für Patienten weltweit. Diagnostische Innovation brauche verlässliche Vorgaben und koordinierte Rahmenbedingungen.
Dorothee Bär verwies auf die Hightech-Agenda der Bundesregierung und die Schlüsseltechnologie Biotechnologie. Das Zentrum verbinde exzellente Forschung mit Wertschöpfung, stärke technologische Souveränität und setze Weichen für den Innovations- und Gesundheitsstandort Deutschland.
Der Vollbetrieb des Gebäudes ist für Juni 2026 geplant. Roche unterstreicht, dass rund 70 Prozent aller medizinischen Entscheidungen auf diagnostischen Ergebnissen beruhen, während nur etwa 3 Prozent der Gesundheitsausgaben in diesen Bereich fließen. Frühe und präzise Diagnostik sei ein entscheidender Hebel für bessere Heilungschancen und Kostensenkung im Gesundheitswesen.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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