Bundesärztekammer: Ärzte tragen Verantwortung für planetare Gesundheit
Die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) hat eine Stellungnahme zu „Planetary Health und ärztliche Verantwortung“ veröffentlicht. Darin betont sie die wachsende Konfrontation von Ärztinnen und Ärzten mit gesundheitlichen Folgen ökologischer Krisen, insbesondere des Klimawandels. Extreme Hitze, Feinstaubbelastung und andere Umwelteinflüsse gefährden die menschliche Gesundheit und machen den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen zu einem zentralen Gesundheitsschutz.
Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, erklärte, Gesundheit und Wohlergehen hingen wesentlich vom Erhalt der Ökosysteme ab. Deren Schutz sei daher ärztliche Pflicht. Die Stellungnahme beleuchte vielfältige Handlungsfelder und setze wichtige Impulse für eine Transformation hin zu einem nachhaltigen Gesundheitswesen.
Das Konzept „Planetary Health“ beschreibt die Wechselwirkungen zwischen menschlicher Gesundheit und den umgebenden Ökosystemen. Die ZEKO richtet sich mit ihrer Stellungnahme nicht nur an die Ärzteschaft, sondern auch an die ärztliche Selbstverwaltung und politische Entscheidungsträger, die eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung spielen.
Prof. Dr. Dr. Eva Winkler, Vorsitzende der ZEKO, hob hervor, dass trotz vorhandenem Problembewusstsein das Handlungspotenzial in der Ärzteschaft noch nicht ausgeschöpft sei. Sie forderte Ausdauer und Entschlossenheit bei Maßnahmen zur Förderung planetarer Gesundheit – im individuellen Handeln, auf institutioneller und politischer Ebene. Die ärztliche Profession verfüge über besonderes Wissen, hohes gesellschaftliches Vertrauen und entsprechende Verantwortung.

Die Stellungnahme unterstreicht die zentrale Verantwortung der Ärzte, ein umweltbewusstes Gesundheitswesen mitzugestalten. Dazu gehören die Förderung von Initiativen für grüne Krankenhäuser und Praxen mit strategischer und finanzieller Unterstützung. Im Patientenkontakt sollen klimasensible Gesundheitsberatung und „Green Decision Making“ ökologische Nachhaltigkeit in Entscheidungen einbeziehen.
Die ZEKO regt zudem eine gesellschaftliche Debatte an, ob Nachhaltigkeitsaspekte stärker im gesetzlichen Rahmen der Gesundheitsversorgung verankert werden sollten. Die Forschung sei gefordert, evidenzbasierte Grundlagen für klimasensible Entscheidungen zu schaffen und selbst umweltverträglicher zu agieren.
Die Stellungnahme wurde am 13. Februar 2026 in Berlin vorgestellt und steht hier zum Download bereit.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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