Karneval 2026: Sex, Stürze, Schnittverletzungen und Alkohol

von | Feb. 11, 2026 | Forschung, Gesundheit

In der Faschings- und Karnevalswoche ab Weiberfastnacht steigt die Zahl der Verletzten in vielen Notaufnahmen deutlich an. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) weist darauf hin, dass vor allem Schnittwunden, Gelenkverletzungen – insbesondere an Sprunggelenken – sowie Verletzungen nach Stürzen und Auseinandersetzungen typisch sind. Häufigste Ursache ist Alkoholkonsum, der das Sturzrisiko bei Fußgängern, Fahrradfahrern und E-Scooter-Nutzern stark erhöht.

Die Belastung der Kliniken hängt stark von der Lage ab: Häuser in der Nähe großer Umzüge oder Feierbereiche verzeichnen deutlich höhere Fallzahlen, während Kliniken in ruhigeren Stadtteilen meist nur eine moderate Zunahme von etwa 10 bis 15 Prozent – vor allem nachts und an den Haupt-Karnevalstagen – erleben. Da solche Spitzenbelastungen jährlich wiederkehren und gut vorhersehbar sind, können Rettungsdienste und Krankenhäuser Personal und Ressourcen rechtzeitig anpassen.

Orthopädie und Unfallchirurgie sind laut DGOU in dieser Zeit besonders gefordert, da Knochen- und Gelenkverletzungen überwiegen. Eine schnelle fachärztliche Beurteilung ist entscheidend, um Patienten zügig zu versorgen. Alkohol spielt bei den meisten Unfällen eine zentrale Rolle, während Müdigkeit in der Praxis deutlich seltener als Unfallursache beobachtet wird.

Karneval: Sex, Stürze, Schnittverletzungen und alkoholbedingte Fälle. Symbolbild. Credits: Ilo Frey/ Pexels
Karneval 2026: Sex, Stürze, Schnittverletzungen und alkoholbedingte Fälle. Symbolbild. Credits: Ilo Frey/ Pexels

Zusätzliches Risiko: sexuell übertragbare Infektionen und Alkoholvergiftungen

Karneval geht oft mit höherem Alkoholkonsum und lockeren sozialen Kontakten einher. Das erhöht das Risiko für ungeschützten Geschlechtsverkehr und damit für sexuell übertragbare Infektionen (STI/STN) wie Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis, HIV oder HPV. Viele Infektionen verlaufen zunächst symptomarm, können aber langfristig zu schweren Komplikationen führen.

Gleichzeitig steigt die Zahl akuter Alkoholvergiftungen: übermäßiger Konsum führt zu Bewusstlosigkeit, Erbrechen mit Aspirationsgefahr, Unterkühlung, Herzrhythmusstörungen und im Extremfall zum Tod. Notaufnahmen melden in Karnevalsregionen regelmäßig einen Anstieg solcher Intoxikationen, oft kombiniert mit Verletzungen durch Stürze oder Aggressionen.

Die DGOU und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) betonen, dass Orthopädie und Unfallchirurgie auch bei kurzfristigen Belastungsspitzen zuverlässig funktionieren – vorausgesetzt, es gibt ausreichend Fachärzte und stabile personelle Strukturen. Beide Gesellschaften raten zu maßvollem Alkoholkonsum sowie zum Verzicht auf Fahren mit Auto, Fahrrad oder E-Scooter nach Alkoholgenuss.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

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