Helmholtz-Gemeinschaft startet bundesweite Biomedical Engineering Initiative

von | Feb. 5, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat Anfang 2026 die „Helmholtz Biomedical Engineering Initiative“ gestartet. Ziel ist es, die Technologieentwicklung und den Transfer in biomedizinischen Bereichen zu beschleunigen, Deutschland als führenden Standort für biomedizinische Technologien, Anwendungen und Start-ups zu positionieren und Innovationen rascher in Klinik und Alltag zu bringen.

Die Initiative bündelt modernste Infrastruktur und interdisziplinäre Expertise der Helmholtz-Gesundheitszentren. Sie verbindet Lebens-, Ingenieur-, Datenwissenschaften und Medizin, um Lösungen für kontinuierliches Gesundheitsmonitoring, Prävention, frühzeitige Krankheitserkennung sowie personalisierte Diagnostik und Therapien zu entwickeln. Aufbauend auf regionalen Stärken und gezielter Förderung von Industriekooperationen soll die nationale Zusammenarbeit Lücken in Ausbildung und Forschungsrahmenbedingungen schließen und wissenschaftsgetriebenes Unternehmertum stärken.

Die Initiative ist Teil eines 36-Millionen-Euro-Pakets für Zukunftstechnologien, das die Helmholtz-Gemeinschaft 2026 aufgelegt hat. Über drei Jahre werden drei übergreifende Forschungskampagnen gefördert, darunter neben Biomedical Engineering auch Water Safety and Security sowie Quantum Use Challenge. Die Maßnahmen stehen im Einklang mit der Hightech Agenda Deutschland und europäischen Bestrebungen zur Förderung von Start-ups und Scale-ups.

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

Zum Auftakt wurden in einem wettbewerblichen Verfahren zehn zentrenübergreifende Projekte mit Start-up-Potenzial oder bestehenden Industriekooperationen ausgewählt und gefördert. Diese adressieren zentrale medizinische Herausforderungen, darunter miniaturisierten nicht-invasiven Sensortechnologien, KI-gestützte Diagnose- und Bildgebungsverfahren, Mikroroboter, verkapselte Wirkstofftransportsysteme, maßgeschneiderte Peptide für Krebstherapien, mikrofluidische Plattformen gegen Multiresistenzen sowie humane Organ-on-Chip-Technologien. Fünf Projekte werden von Helmholtz Munich koordiniert, das auch die zentrale Koordinationseinheit stellt.

Beteiligt sind zehn Helmholtz-Zentren: Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY), Forschungszentrum Jülich, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Helmholtz Munich, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), Helmholtz-Zentrum Hereon, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Max Delbrück Center.

Die Initiative legt großen Wert auf Community-Building, Talententwicklung und Wissenstransfer. Sie soll neue akademische Partner einbinden, Industrie und Start-ups stärker beteiligen sowie nationale und europäische politische Prozesse mitgestalten, um Biomedical Engineering nachhaltig in Ausbildung und Qualifizierung zu verankern.

Die Helmholtz Biomedical Engineering Initiative nutzt die einzigartige Position der Helmholtz-Gemeinschaft, um medizinische Herausforderungen zu lösen, wirtschaftliche Impulse zu setzen und die technologische Souveränität Deutschlands zu stärken.

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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