ACCESS-AD: 37 Millionen Euro für eine bessere Alzheimer-Versorgung

von | Feb. 4, 2026 | Forschung, Gesundheit

Unter dem Namen ACCESS-AD startet ein fünfjähriges europäisches Forschungsprojekt, das die Diagnostik, Behandlung und Langzeitversorgung von Alzheimer-Patienten nachhaltig verbessern soll. Das Konsortium umfasst 30 führende europäische Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Patientenvertretungen. Das LMU Klinikum München ist einer der federführenden Partner und wird von Prof. Robert Perneczky aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie geleitet. Das Gesamtbudget beträgt 37 Millionen Euro.

Die EU-Zulassung der ersten ursächlichen Alzheimer-Medikamente (Lecanemab und Donanemab) im Jahr 2025 markiert einen Wendepunkt. Gleichzeitig stoßen Gesundheitssysteme – auch in Deutschland – an Grenzen: lange Wartezeiten, begrenzte Ressourcen und hoher Bedarf an spezialisierten Untersuchungen erschweren den Zugang.

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

ACCESS-AD entwickelt ein integriertes Versorgungskonzept über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg. Ziel ist eine moderne, personalisierte Diagnostik und Therapie, die zeitnah, sicher und für alle Patienten erreichbar ist. Das Projekt adressiert Versorgungslücken und testet in großem Stil Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Therapien in der klinischen Praxis unter Real-World-Bedingungen.

Ein Beispiel aus München: In einem Modellprojekt wurden in etwa 20 Apotheken Tablets installiert, mit denen ältere Menschen einen Gedächtnistest und Risikofragen beantworten können. Eine digitale Plattform (in Kooperation mit Medotrax) wertet die Daten aus, gibt individuelle Risikoeinschätzungen und vermittelt Präventionsangebote (z. B. Tipps für gehirngesunde Lebensweise).

Das LMU-Team um Prof. Perneczky bringt Expertise in Biomarker-Diagnostik, KI-gestützter Früherkennung, Therapieoptimierung und Prävention ein. Es ist auch am europäischen Projekt AD RIDDLE beteiligt (über 31 Millionen Euro), das digitale Lösungen, KI und Biomarker für Risikoabschätzung und Prävention entwickelt.

ACCESS-AD prüft zudem, ob die neuen Medikamente in der Praxis breiteren Patientengruppen zugutekommen können – etwa Menschen mit ausgeprägten Gefäßveränderungen im Gehirn, die derzeit ausgeschlossen sind. Das internationale Real-World-Datenregister INRAD (unter Leitung von Prof. Perneczky) dient der Bewertung von Sicherheit und Wirksamkeit.

Das Projekt ist praxisorientiert und soll konkrete Verbesserungen für Patienten bringen – von früher Diagnose über personalisierte Therapie bis hin zu einer besseren Langzeitversorgung. Es verbindet wissenschaftliche Spitzenforschung mit realer Versorgung und europäischer Vernetzung.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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