Neue Medikamentenkombinationen zeigen Wirksamkeit gegen resistente Malaria
Forschende des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) haben in einer vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) geförderten klinischen Phase-II-Studie zwei neue Dreifach-Kombinationen gegen Malaria tropica getestet. Die Kombinationen Artesunat/Pyronaridin-Atovaquon/Proguanil (APAP) und Artesunat-Fosmidomycin-Clindamycin (AFC) erwiesen sich als sicher, gut verträglich und wirksam. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Lancet Microbe.
Der Erreger Plasmodium falciparum wird zunehmend resistent gegen die bisherigen Artemisinin-basierten Kombinationstherapien (ACTs), die weltweit als Standard gelten. Artemisinin wirkt schnell, doch in Regionen Südostasiens und zunehmend auch Afrikas nimmt die Wirksamkeit ab. Ein Grund ist der unterschiedlich schnelle Abbau der beiden Wirkstoffe in einer Zweierkombination: Sobald der Artemisinin-Anteil abgebaut ist, bleibt der Partnerwirkstoff allein zurück – das begünstigt Resistenzentwicklung.

Die BNITM-Forschenden testeten daher Dreifach-Kombinationen mit besser abgestimmter Wirkungsdauer und unterschiedlichen Angriffspunkten. In die randomisierte, kontrollierte Open-Label-Studie in Lambaréné (Gabun) und Kumasi (Ghana) wurden 100 Patienten mit unkomplizierter Malaria falciparum eingeschlossen. Je 40 Personen erhielten APAP bzw. AFC, 20 die Standardkombination Artesunat/Pyronaridin (AP) als Kontrolle. Die Beobachtungsdauer betrug 42 Tage.
Nach 28 Tagen waren alle Patienten unter APAP und AP sowie 97 Prozent unter AFC parasitologisch und klinisch geheilt. Bis Tag 42 sanken die Heilungsraten leicht in allen Gruppen durch Neuinfektionen oder Rezidive – ein vergleichbares Muster. Die neuen Kombinationen zeigten keine relevanten Sicherheits- oder Verträglichkeitsprobleme.
Die Dreifach-Kombinationen greifen gleichzeitig mehrere lebenswichtige Prozesse des Parasiten an: Energiegewinnung, DNA-Synthese und Proteinsynthese. Die Kombination mit Antibiotika (Fosmidomycin/Clindamycin) könnte in Endemiegebieten vorteilhaft sein, wo Malaria klinisch oft nicht von bakteriellen Infektionen unterschieden werden kann und Labordiagnostik fehlt.
Die Ergebnisse machen APAP und AFC zu vielversprechenden Kandidaten für weitere Phase-III-Studien. Ziel ist es, die Resistenzentwicklung zu verlangsamen und die Behandlung von Malaria in Afrika langfristig zu verbessern.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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