Aktualisierter Europäischer Kodex gegen Krebs: Mehr Prävention durch individuelle und politische Maßnahmen
Pünktlich zum Weltkrebstag am 4. Februar 2026 liegt die fünfte Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs in deutscher Sprache vor. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO hat die Empfehlungen aktualisiert und erstmals konkrete Handlungsaufforderungen an politische Entscheidungsträger aufgenommen. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fordern, dass Deutschland seine Präventionspolitik stärker an diesen Vorgaben ausrichtet, um das enorme Potenzial der Krebsvorbeugung besser auszuschöpfen.
Im Jahr 2023 erhielten in Deutschland etwa 520.000 Menschen die Diagnose Krebs. Nach Einschätzung von Experten wären rund zwei Fünftel dieser Erkrankungen durch gesundheitsbewusstes Verhalten vermeidbar gewesen. Der Kodex bündelt 14 wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, mit denen jeder sein individuelles Krebsrisiko senken kann. Erstmals richtet sich der Kodex explizit an die Politik und fordert gesetzliche Maßnahmen, die gesunde Entscheidungen im Alltag erleichtern.

Zu den wichtigsten individuellen Empfehlungen gehören der vollständige Verzicht auf Tabak – einschließlich E-Zigaretten und Vapes –, ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung, Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung sowie der Verzicht auf Alkohol und Solarien. Neu aufgenommen wurde Umweltverschmutzung als Risikofaktor: Der Kodex empfiehlt, möglichst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein und auf offene Feuerstellen in Innenräumen zu verzichten.
Zwei Empfehlungen richten sich speziell an Frauen: Langes Stillen senkt das Brustkrebsrisiko, und Hormonersatztherapien in den Wechseljahren sollten nur nach ärztlicher Abwägung und so kurz wie möglich erfolgen.
Die IARC fordert von politischen Entscheidungsträgern wirksame gesetzliche Regelungen: Höhere Steuern auf Tabak- und Nikotinprodukte, Alkohol, zuckerreiche Lebensmittel und stark verarbeitetes Fleisch, Ausbau von Impfprogrammen gegen Hepatitis B und humane Papillomaviren, verbesserte Arbeitsschutzmaßnahmen bei krebserregenden Stoffen sowie stadtplanerische Maßnahmen für bessere Luftqualität – etwa durch Vermeidung verkehrsbelasteter Standorte für Schulen und Kitas.
Die Deutsche Krebshilfe und das DKFZ betonen, dass Krebsprävention nicht allein eine individuelle Aufgabe sei. Gesunde Lebensräume müssten durch kluge Gesetzgebung für alle geschaffen werden. Prävention und Gesundheitsförderung sollten zentraler Bestandteil politischer Strategien sein. Das vorhandene Wissen müsse endlich konsequent genutzt werden – zum Nutzen jedes Einzelnen und der Gesellschaft insgesamt.
Die fünfte Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs ist ab dem 4. Februar 2026 auf Deutsch verfügbar unter: https://cancer-code-europe.iarc.who.int/
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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