Professorin Rita Schmutzler neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe

von | Jan. 30, 2026 | Forschung, Gesundheit

Der Stiftungsrat und der Vorstand der Deutschen Krebshilfe haben Professorin Dr. Rita Schmutzler zur neuen Präsidentin der Organisation gewählt. Die Gynäko-Onkologin und Expertin für risikoadaptierte Krebsprävention tritt zum 1. Februar 2026 das Amt an und folgt damit auf die Violinistin Anne-Sophie Mutter, die die Position von 2021 bis 2025 innehatte.

Schmutzler war bis 2025 Direktorin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs an der Uniklinik Köln. Sie gilt international als Pionierin auf dem Gebiet des familiär bedingten Brust- und Eierstockkrebses. Unter ihrer Leitung entstand das bundesweit größte Zentrum für erblichen Brust- und Eierstockkrebs. Seit 2005 koordiniert sie das Konsortium der 23 Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs in Deutschland. Sie leitete zahlreiche drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte zur Identifikation, Diagnostik, Prävention und Therapie von Brustkrebs-assoziierten Risikogenen, unter anderem gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Nach ihrem Medizinstudium an der Universität Bonn (1979–1984) und der Promotion 1984 absolvierte sie die Amerikanischen Medizinischen Examina und eine Weiterbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe. 1997 habilitierte sie sich an der Universität Bonn. 2003 übernahm sie eine Stiftungsprofessur der Deutschen Krebshilfe für Molekulare Gynäko-Onkologie an der Universität zu Köln. Am 9. Oktober 2025 hielt sie ihre öffentliche Abschiedsvorlesung und ist seither emeritiert.

Prof. Dr. Rita Schmutzler ist neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe | Quelle: Michael Wodak | Copyright: MedizinFotoKöln
Prof. Dr. Rita Schmutzler ist neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe | Quelle: Michael Wodak | Copyright: MedizinFotoKöln 

Schmutzler erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Krebspreis 2020, den Universitätspreis für Forschung 2020 der Universität zu Köln, den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2021 sowie den Deutschen Preis für Krebspräventionsforschung 2023 des Deutschen Krebsforschungszentrums. Seit 2010 ist sie Gründungsmitglied des BRCA-Netzwerks – Hilfe bei familiären Krebserkrankungen.

Die Deutsche Krebshilfe wurde 1974 von Dr. Mildred Scheel gegründet und setzt sich unter dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ für die Bekämpfung von Krebserkrankungen ein. Sie fördert Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, Nachsorge und psychosoziale Versorgung sowie Krebs-Selbsthilfe. Als größter privater Geldgeber im Bereich Krebsbekämpfung in Deutschland finanziert sie ihre Arbeit ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen.

Professorin Dr. Charlotte Niemeyer, Vorsitzende des Stiftungsrats, und Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe, betonen die hohe fachliche Expertise und Vernetzung Schmutzlers. Sie sei bestens mit den Sorgen und Bedürfnissen von Betroffenen vertraut und werde die Organisation glaubwürdig und engagiert nach außen vertreten. Schmutzler selbst hebt hervor, dass ihr besonders die Vernetzung von Versorgungsstrukturen, die bessere Nutzung onkologischer Daten und der Bereich Krebsprävention am Herzen liegen.

Die bisherigen Präsidentinnen und Präsidenten der Deutschen Krebshilfe waren:

  • Dr. Mildred Scheel (1974–1985, Gründerin)
  • Dr. Helmut Geiger (1985–1999, Ehrenpräsident ab 2000)
  • Prof. Dr. Dagmar Schipanski (2000–2009, Ehrenpräsidentin ab 2010)
  • Prof. Dr. Harald zur Hausen (Januar–Mai 2010)
  • Dr. h.c. Fritz Pleitgen (2010–2021)
  • Anne-Sophie Mutter (2021–2025)

Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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