DGfN unterstützt europaweite Forderung nach zweitem EU-Aktionsplan zu Organspende und Transplantation

von | Jan. 28, 2026 | Gesundheit, Politik

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) unterstützt eine europaweite Initiative der European Kidney Health Alliance (EKHA) und weiterer Fachgesellschaften. Diese fordern die Europäische Kommission auf, den zweiten EU-Aktionsplan zu Organspende und Transplantation einzuleiten. Zudem soll die Allianz die im Jahr 2024 verabschiedeten EU-Ratsbeschlüsse zu diesem Thema in konkrete politische Maßnahmen umsetzen. Hintergrund ist der anhaltende Organmangel in Europa.

In Deutschland warten derzeit rund 8500 Menschen auf ein Spenderorgan, die meisten davon auf eine Niere. Eine Nierentransplantation stellt die einzige Therapie dar, die ein Leben ohne Dialyse ermöglicht. In Deutschland erhalten etwa 100 000 Menschen eine Dialysebehandlung aufgrund terminaler Niereninsuffizienz. Die durchschnittliche Wartezeit auf ein Spenderorgan beträgt bis zu zehn Jahre.

Aktuell warten rund 8.500 Menschen in Deutschland auf ein lebenswichtiges Organ, wobei die Mehrheit von ihnen eine Nierentransplantation benötigt. Die durchschnittliche Wartezeit für eine Niere beträgt zwischen sieben und zehn Jahren. (Credits: Jasmin 777/pixabay)
Aktuell warten rund 8.500 Menschen in Deutschland auf ein lebenswichtiges Organ, wobei die Mehrheit von ihnen eine Nierentransplantation benötigt. Die durchschnittliche Wartezeit für eine Niere beträgt zwischen sieben und zehn Jahren. (Credits: Jasmin 777/pixabay)

Eine Dialyse rettet zwar Leben, ersetzt die Nierenfunktion jedoch nur unvollständig. Langfristig verschlechtern sich Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen. Ende des vergangenen Jahres warteten in Deutschland 8199 Menschen auf ein Spenderorgan. Über 60 Prozent aller Transplantationen entfallen auf Nierentransplantationen. Täglich sterben Menschen, weil kein passendes Organ rechtzeitig verfügbar ist.

Das im März 2024 eingeführte freiwillige Organspende-Register hat den Mangel bisher nicht wesentlich verringert. Bislang haben lediglich gut 461.000 Menschen ihre Entscheidung dort eingetragen.

Die EKHA-Initiative richtet sich daher an die Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) der Europäischen Kommission. Zu den Prioritäten gehören die Koordination und der Kapazitätsaufbau im Transplantationswesen, harmonisierte europäische Datenstrukturen, Aufklärung und Sensibilisierung sowie Forschung und Innovation zu Organerhalt, regenerativer Medizin und Prävention von Organversagen.

Die DGfN fordert zusätzlich die Einführung einer Widerspruchslösung in Deutschland, um den Zugang zur Transplantation zu verbessern. Sie begrüßt ausdrücklich, dass der Bundesrat im November 2025 einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht hat.

Neben der Verbesserung des Transplantationszugangs setzt sich die DGfN für eine konsequente Prävention von Nierenerkrankungen, frühe Erkennung und Verlangsamung des Krankheitsverlaufs ein. Dafür fordert sie den Aufbau eines Deutschen Zentrums für Nierengesundheit (DZNG). Ziel ist es, dass künftig weniger Menschen auf Dialyse oder Transplantation angewiesen sind.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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