Biomarker & Verhütung: BMFTR fördert Verbesserung von Zyklus-Apps mit 2,8 Millionen Euro
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert einen interdisziplinären Forschungsverbund mit 2,8 Millionen Euro. Ziel ist es, Zyklus-Apps zur Bestimmung fruchtbarer und unfruchtbarer Tage einer Frau durch Berücksichtigung biologischer Marker zuverlässiger zu machen. Beteiligt sind die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg als Sprecherin, sowie die Universitätskliniken Hamburg und Jena.
Immer mehr Frauen verzichten auf die „Pille“ als Verhütungsmittel. Denn der Einsatz hormoneller Verhütung ist in den letzten zwei Jahrzehnten zurückgegangen. Stattdessen gewinnen Zyklus-Apps an Beliebtheit, die natürliche Familienplanung oder Verhütung ohne Hormone und Nebenwirkungen unterstützen sollen. Viele Apps auf dem Markt sind jedoch nicht präzise genug für zuverlässigen Schutz vor Empfängnis.

Der Verbund CONtraCEPT soll daher zusätzliche Biomarker identifizieren, um Zyklus-Apps zu verbessern. Auf präklinischen und klinischen Forschungen aufbauend sollen zuverlässigere Heimtests zur Verhütung entwickelt werden. Dr. Tanja Freundl-Schütt vom UKD und Dr. Nefeli Malliou-Becher von der Universität Heidelberg leiten die entsprechenden Studien. Die präklinische Studien verantworten wiederum Prof. Petra Arck an der Universität Hamburg und Prof. Udo Markert am Universitätsklinikum Jena. Die Koordination liegt bei Dr. Petra Frank-Herrmann an der Universität Heidelberg.
Zyklus-Apps verarbeiten Angaben und Messungen zu Biomarkers wie Körperkerntemperatur, Zervixschleim, Hormonwerten im Urin oder nächtlicher Herzfrequenz, um Zyklusphasen und Eisprung zu bestimmen. Viele Apps basieren auf einfachen Modellen, die einen 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am 14. Tag annehmen oder Durchschnittswerte verwenden. Da Zyklusdauern schwanken, sind solche Berechnungen oft ungenau.
Der Verbund plant aus diesem Grund Untersuchungen zur Wirksamkeit und Benutzerfreundlichkeit digitaler Gesundheitstechnologien. Dazu gehören Optimierung bestehender Zyklus-Apps und Identifizierung neuer Biomarker für eine präzise Bestimmung des fruchtbaren Fensters. Am Standort Düsseldorf liegt der Fokus auf Auswahl und vergleichender Studie von Apps basierend auf Methoden der Natürlichen Familienplanung (NFP) hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Nutzungsintentionen. Dieses Teilprojekt leitet Dr. Tanja Freundl-Schütt.
Zusätzlich beteiligt sich Düsseldorf an einer Studie, die das app-basierte fruchtbare Zeitfenster mit ultraschallgemessenem Eisprung vergleicht, um die Genauigkeit zu prüfen. Daten werden in ein Register aufgenommen, analysiert und allen Partnern zugänglich gemacht. Dieses Teilprojekt leitet Heidelberg.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.




