Rechtsstreit um Abtreibungsverbot: Giordano Bruno Stiftung plant Demo vor Revisionsverhandlung in Hamm
Der Rechtsstreit zwischen Chefarzt Joachim Volz und dem Christlichen Krankenhaus Lippstadt geht in die nächste Runde. Vor der Revisionsverhandlung am 5. Februar am Landesarbeitsgericht Hamm ist eine Demonstration gegen das katholische Abtreibungsverbot geplant. Sie beginnt um 10 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz Hamm und endet mit einer Abschlusskundgebung vor dem Gericht.
Der Fall des Lippstädter Chefarztes Volz, dem der katholisch-protestantische Klinikbetreiber medizinisch indizierte Schwangerschaftsabbrüche untersagt hat, hat die Debatte über die gesetzliche Regelung von Abbrüchen in Deutschland wiederbelebt. Die Petition von Volz wurde rund 300.000-mal unterzeichnet. Die Demo zum Gerichtstermin am 8. August 2025 erregte mediale Aufmerksamkeit.

Die Demonstration soll den Druck auf die Politik erhöhen. Religiöse Dogmen dürfen laut Volz die medizinische Praxis nicht bestimmen. Kirchliche Träger würden keinen Cent in den Betrieb der Krankenhäuser investieren, die vollständig von öffentlichen Zuschüssen und Krankenkassen getragen werden. Die SPD-Bundestagsfraktion plant, konfessionelle Kliniken zur Durchführung von Abbrüchen zu verpflichten.
Der Einsatz des kirchlichen Arbeitsrechts zur Verhinderung indizierter Abbrüche gilt als medizinethischer Skandal. Solche Abbrüche sind Kernaufgabe von Perinatalzentren, etwa bei schweren Fehlbildungen des Fötus. Eine medizinische Stellungnahme im Berufungsverfahren unterstreicht, dass ärztliches Handeln kein Baukastensystem untersagbarer Tätigkeiten ist. Verbote zerstören verantwortliche, patientenzentrierte Medizin und widersprechen Ethik sowie gesetzlichem Willen.
Die Giordano-Bruno-Stiftung ruft mit anderen Organisationen zur Demo auf. Es geht um Selbstbestimmungsrechte, freien Zugang zu medizinischen Leistungen und gegen religiöse Verbote in der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Redebeiträge kommen von Joachim Volz, Kristina Hänel, Michael Schmidt-Salomon und Ricarda Lang. Die Stiftung hat das Plakat gestaltet und bietet Vorschläge für Demoschilder auf ihrer Website.
Mehr dazu:
»Medizin ist keine Glaubenssache« | Giordano Bruno Stiftung
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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