UKE-Studie: Keine Auswirkungen acht Monate nach Cannabis-Teillegalisierung
Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben die kurzfristigen Effekte der Cannabis-Teillegalisierung für Erwachsene in Deutschland untersucht. Das Ergebnis: Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen im Vergleich zur Zeit vor der Gesetzesänderung. Grundlage waren Daten einer Bevölkerungsbefragung in Deutschland und Österreich vor und nach der Teillegalisierung. In Österreich bleibt der Cannabis-Besitz verboten.
In Deutschland stieg der Cannabis-Konsum unter 18- bis 64-Jährigen von 12,1 auf 14,4 Prozent. Der Anstieg war vergleichbar mit Österreich. Unter monatlich Konsumierenden fuhren in Deutschland leicht weniger Personen unter Cannabis-Einfluss Auto als vor der Legalisierung und vor Festlegung eines neuen THC-Grenzwerts im Blut. Auch hier gab es keinen signifikanten Unterschied zu Österreich.

Bei 22 Prozent der Fahrten unter Cannabis-Einfluss wurde zusätzlich Alkohol oder andere Substanzen konsumiert. Solche Mischkonsum-Fahrten gingen bei wöchentlich Konsumierenden zurück. Fahrten allein unter Cannabis-Einfluss waren bei täglich Konsumierenden am häufigsten.
Deutschland legalisierte im April 2024 Anbau und Besitz von Cannabis für Erwachsene teilweise. Im August 2024 wurde ein THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum für den Straßenverkehr festgelegt. Die Ergebnisse erschienen in The Lancet Regional Health – Europe.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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