Longevity-Trend: Gesundes Altern durch Ernährung, Bewegung und Lebensstil beeinflussbar

von | Jan. 26, 2026 | Forschung, Gesundheit

Der Wunsch nach einem schmerzfreien, vitalen und langen gesunden Leben treibt den aktuellen Longevity-Trend an. Dr. med. Andreas Böger, Chefarzt im Schmerzzentrum der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, betont, dass ein großer Teil des Alterungsprozesses durch individuelle Lebensgewohnheiten beeinflusst werden kann.

Mit steigendem Alter nehmen Beschwerden wie Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und nachlassende geistige Leistungsfähigkeit zu. Ernährung und Bewegung spielen dabei eine zentrale Rolle. Entzündungshemmende Lebensmittel, wenig Zucker, viel Gemüse und gute Fette reduzieren Schmerzen und unterstützen den Körper. Hochverarbeitete Produkte und körperliche Inaktivität wirken dagegen negativ.

Bewegung gilt als wesentlicher Faktor gegen Muskelabbau, verklebte Faszien und fehlende antientzündliche Botenstoffe. Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining helfen dabei. Entscheidend ist eine Aktivität, die Freude bereitet und leicht in den Alltag integriert werden kann, etwa Radfahren, Qi Gong, Karate oder Tanzen.

Gewichte stemmen ist nicht nötig, um den Rückenschmerz loszuwerden. Einfacher (und günstiger) sind flüssige Bewegungsabläufe wie das Walking. (Credits: pixabay)
Gewichte stemmen ist nicht nötig, um den Rückenschmerz loszuwerden. Einfacher (und günstiger) sind flüssige Bewegungsabläufe wie das Walking. (Credits: pixabay)

Für geistige Fitness sind neue Anregungen, sozialer Kontakt und lebenslanges Lernen wichtig. Die Psyche beeinflusst das Altern ebenfalls: Depressionen fördern Entzündungen und Schmerzen. Psychotherapeutische Ansätze sind daher relevant.

Gene spielen eine Rolle, doch eine gesunde Lebensführung ist entscheidender. Besonders die Jahre zwischen 40 und 50 bieten gute Möglichkeiten zum Umsteuern. Es ist jedoch nie zu spät, mit Veränderungen zu beginnen.

Die Schmerzmedizin trägt zur Lebensqualität bei, indem sie Patienten aktiviert. Das Kasseler Aktiv Programm verbindet klassische Medizin mit Osteopathie, Traditioneller Chinesischer Medizin, Physio- und Bewegungstherapie, Ernährungsberatung, Mikronährstoffen, psychologischen Methoden und Schlafoptimierung.

Potenzial sieht Böger in der regenerativen Medizin, die körpereigene Reparaturprozesse anregt. Dazu gehören spezielle Akupunktur, bioelektrische Axomera-Therapie und Eigenblutbehandlungen zur Entzündungsreduktion und Regenerationsförderung.

Beispiele für gesundes Altern liefern Böger zufolge die Blue Zones in Japan, Italien, Griechenland und Costa Rica. Dort werden Menschen überdurchschnittlich alt dank viel Bewegung, frischer Ernährung, starken sozialen Bindungen, wenig Stress und sinnvollen Aufgaben bis ins hohe Alter.

Der Longevity-Trend werde teils als Luxusmedizin wahrgenommen, doch die wichtigsten Maßnahmen seien für alle zugänglich und umsetzbar. Sie sollten jedoch keinen zusätzlichen Leistungsdruck erzeugen.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

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