POTENTIAL testet intensivierte Therapie zur Schlaganfallprävention

von | Jan. 22, 2026 | Forschung, Gesundheit

Eine neue Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden untersucht eine Strategie zur Prävention wiederholter Schlaganfälle durch eine intensivierte Hemmung der Blutgerinnung in den ersten Wochen nach der Akutbehandlung.

Ein ischämischer Schlaganfall entsteht durch Verschluss eines Hirngefäßes mit einem Blutgerinnsel. Die Akuttherapie zielt auf eine schnelle Wiedereröffnung ab, entweder medikamentös durch Auflösung des Gerinnsels oder mechanisch per Katheter. Anschließend erhalten Betroffene Medikamente, die die Verklumpung von Blutplättchen verhindern. Die Kombination aus zwei solchen Wirkstoffen wird bereits bei leichten Schlaganfällen ohne Akutbehandlung erfolgreich eingesetzt. Ob diese Dualtherapie auch nach erfolgreicher Gefäßöffnung sicher und wirksam ist, war bisher unklar.

Porträtfoto von Prof. Timo Siepmann | Quelle: Michael Kretzschmar | Copyright: Michael Kretzschmar / UKD |
Porträtfoto von Prof. Timo Siepmann | Quelle: Michael Kretzschmar | Copyright: Michael Kretzschmar / UKD |

Die Studie POTENTIAL prüft daher, ob Patienten mit leichtem Schlaganfall nach Akutbehandlung von einer 21-tägigen intensivierten Therapie mit Acetylsalicylsäure und Clopidogrel profitieren. Die Behandlungsgruppe erhält diese Kombination, die Kontrollgruppe nur Acetylsalicylsäure. Ziel ist es zu klären, ob das Rezidivrisiko signifikant sinkt, ohne das Blutungsrisiko unverhältnismäßig zu steigern. An der bundesweiten randomisierten Studie nehmen rund 2100 Patienten teil. Nach Ausschluss einer Hirnblutung erfolgt die Zuteilung zu den Gruppen. Erfolgsmaße sind Magnetresonanztomografie und klinische Bewertung. Der Projektstart ist für Februar 2026 geplant.

Die Koordinierung unterstreicht die Rolle der Dresdner Hochschulmedizin in der Schlaganfallforschung. Die Ergebnisse könnten Leitlinien national und international beeinflussen und die Patientenversorgung verbessern. Ischämische Schlaganfälle machen den Großteil der Fälle aus und sind oft mit hohem Rezidivrisiko verbunden. Die intensivierte Therapie könnte in der vulnerablen Phase nach Akutbehandlung schützen, wo das Risiko am höchsten ist.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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