DEGAM begrüßt Zuckersteuer-Initiative

von | Jan. 19, 2026 | Gesundheit, Politik

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat die angekündigte Gesetzesinitiative zur Einführung einer bundesweiten Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel ausdrücklich unterstützt. Seit Jahren setzt sich die Organisation für stärkere Maßnahmen in der Verhältnisprävention ein. Die Pläne des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein sehen vor, im ersten Quartal 2026 eine entsprechende Initiative im Bundesrat einzubringen. Die Gesellschaft sieht darin einen wichtigen Schritt, um Deutschland in der Prävention chronischer Erkrankungen voranzubringen.

Die Initiative zielt auf die Besteuerung besonders zuckerreicher Produkte ab. Die Präsidentin der Gesellschaft betonte, dass es höchste Zeit sei, in der Verhältnisprävention aufzuholen. Internationale Erkenntnisse zeigten, dass Änderungen der Rahmenbedingungen effektiver seien als der Fokus auf individuelle Verhaltensänderungen. Eine solche Steuer würde Deutschland in diese Richtung lenken und die Prävention stärken. Übermäßiger Zuckerkonsum fördert chronische Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Karies und Übergewicht. Diese Erkrankungen verursachen nicht nur individuelles Leid, reduzierte Lebensqualität und kürzere Lebenserwartung, sondern belasten auch das Gesundheitssystem und die Gesellschaft mit hohen Kosten.

Die Sektion Prävention der Gesellschaft hat daher in einem Statement die Gründe für die Unterstützung dargelegt. Hausärzte beobachteten täglich die Konsequenzen hohen Zuckerkonsums in ihren Praxen. Es falle schwer, individuelle Verhaltensänderungen zu erreichen, solange ungesunde Lebensmittel günstig und intensiv beworben würden. Ähnlich wie beim Rauchen wüssten alle um die Risiken, doch der versteckte Zuckergehalt in Produkten erschwere bewusste Entscheidungen. Regulatorische Maßnahmen seien daher notwendig, um den Konsum zu senken.

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

Internationale Beispiele untermauern die Wirksamkeit solcher Steuern. In Großbritannien habe eine vergleichbare Regelung zu einer deutlichen Reduktion des Zuckergehalts in verarbeiteten Lebensmitteln geführt. Die Gesellschaft hebt auch den Aspekt der sozialen Gerechtigkeit hervor. Individuelle Präventionsansätze erreichten selten die Gruppen mit dem höchsten Risiko, die oft in schwierigen sozialen Bedingungen lebten. Eine Steuer auf zuckerhaltige Nahrungsmittel, als klassische Public-Health-Maßnahme, wirke hingegen in allen Schichten. Sie trage somit zu mehr Gleichheit in der Prävention bei.

Die Gesellschaft appelliert an Politik und Gesellschaft, die Initiative zu unterstützen. Sie sehe in der Steuer einen Baustein für eine umfassendere Strategie gegen Lebensstilkrankheiten. Durch solche Maßnahmen könne der Druck auf das Gesundheitssystem abnehmen und die Lebensqualität vieler Menschen steigen. Die Debatte um die Zuckersteuer gewinne an Dynamik, da ähnliche Modelle in anderen Ländern positive Effekte gezeigt hätten. In Deutschland fehle es bisher an vergleichbaren Regelungen, was die Initiative umso dringlicher mache. Die Gesellschaft bietet ihr Fachwissen an, um die Umsetzung zu begleiten und evidenzbasierte Empfehlungen zu geben.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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