SoVD-Umfrage: Tiefes Misstrauen in die Pflegeversorgung
Eine von der Civey-Instituts im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) durchgeführte Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Deutschen (64 %) rechnen mit einer schlechten Pflegeversorgung im Alter, nur jeder Zehnte (10 %) erwartet eine gute. Besonders skeptisch sind Frauen (70,6 %) und die 40- bis 49-Jährigen (79,7 %), die oft als „Sandwich-Generation“ zwischen eigener Pflege und der von Angehörigen stehen. SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier sieht darin einen „massiven Vertrauensverlust“: „Jahrelange Verschleppung notwendiger Reformen und Sparvorgaben haben Spuren hinterlassen.“

Die Umfrage, durchgeführt vom 2. bis 16. Oktober 2025 bei 2.500 Bürgern ab 18 Jahren und 500 pflegenden Angehörigen, zeigt zudem breite Unterstützung für eine Pflege-Bürgerversicherung: 80 % der Bevölkerung befürworten eine solidarische Lösung für alle, unabhängig vom Berufsstatus. Überraschend hoch ist der Zuspruch bei Beamten (42 %) und Selbstständigen (69 %), die aktuell Vorteile im dualen System haben oder ausgeschlossen sind.
Fast 80 % der pflegenden Angehörigen – die 86 % der Pflegebedürftigen in Deutschland zu Hause versorgen – halten staatliche Unterstützung für unzureichend. Der SoVD fordert daher konkrete Maßnahmen: Ausbau von Tages- und Verhinderungspflege, Pflegezeiten mit Entgeltersatz wie beim Elterngeld sowie bessere Rentenabsicherung.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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