Virtueller Schockraum an der Uni Ulm wertet Medizinstudium digital auf

von | Juli 28, 2025 | Digitalisierung, Forschung, Gesundheit

Die Medizinische Fakultät der Universität Ulm führt mit einem virtuellen Schockraum eine innovative Trainingsmethode für Medizinstudierende ein. In Zusammenarbeit mit dem Ulmer Unternehmen TriCAT entstand eine hochmoderne virtuelle Lernumgebung, die den realen Übungs-Schockraum des Trainingshospitals TTU detailgetreu nachbildet. Studierende können orts- und zeitunabhängig Notfallsituationen üben, Behandlungsabläufe trainieren und ihre Team- und Entscheidungsfähigkeiten schärfen.

Die VR-Simulation umfasst eine 3D-Nachbildung eines Schockraums mit medizinischen Geräten und virtuellen Avataren, die das Team darstellen. Auf großen Bildschirmen verfolgen Tutoren die Übungen und geben gezieltes Feedback. Studierende simulieren Szenarien wie die Versorgung eines verunfallten Motorradfahrers und lernen, unter Stress effektiv zu handeln. Fehler sind dabei bewusst erlaubt, um die Lernkurve zu fördern.

Medizinstudierende trainieren im virtuellen Schockraum die Notfallbehandlung eines Patienten | Quelle: Foto: Daniela Stang | Copyright: Uni Ulm
Medizinstudierende trainieren im virtuellen Schockraum die Notfallbehandlung eines Patienten | Quelle: Foto: Daniela Stang | Copyright: Uni Ulm

Seit dem Sommersemester 2025 sind zwei 90-minütige VR-Sessions fester Bestandteil des Curriculums. Die neue Lernumgebung ergänzt das bestehende Angebot des Trainingshospitals und verbindet klassische mit digitalen Lehrmethoden, um kompetente und empathische Ärztinnen und Ärzte auszubilden. Die Entwicklung, die drei Jahre in Anspruch nahm, wurde vom Kompetenzzentrum eEducation in der Medizin initiiert und mit 70.000 Euro aus der „Sonderlinie Medizin“ des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Das Ulmer Softwareunternehmen TriCAT, spezialisiert auf virtuelle Lernumgebungen, realisierte das Projekt. Der virtuelle Schockraum gilt als einzigartig und setzt neue Maßstäbe in der digitalen Medizindidaktik. Besonders vorteilhaft: Mehr Studierende können seltene Notfälle trainieren, die in der Realität kaum geübt werden können, was ihre Sicherheit und Kompetenz steigert. Die Universität Ulm positioniert sich damit als Vorreiterin in der Digitalisierung der Medizinausbildung und nutzt modernste Technologien wie VR und KI, um die Lehre zukunftsorientiert zu gestalten.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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