Strategische Kooperation beschleunigt Zell- und Gentherapien in Magdeburg

von | März 23, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Universitätsmedizin Magdeburg und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Die Zusammenarbeit soll innovative Zell- und Gentherapien deutlich schneller von der Forschung über die GMP-konforme Herstellung bis zur klinischen Anwendung bringen.

Die Partner verzahnen Entwicklung neuer Therapieansätze, deren Produktion nach höchsten Qualitätsstandards und die Durchführung klinischer Prüfungen enger als bisher. Im Zentrum stehen vor allem CAR-basierte Advanced Therapy Medicinal Products (CAR-ATMP). Bei diesen Verfahren werden Immunzellen gentechnisch so modifiziert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und zerstören können. Solche Therapien eröffnen neue Optionen für Patienten mit fortgeschrittenem Krebs oder schweren Autoimmunerkrankungen, bei denen konventionelle Behandlungen versagen.

Die Kooperation nutzt die komplementären Stärken der Einrichtungen. Die Universitätsmedizin Magdeburg steuert klinische Expertise und translationales Immunmonitoring bei. Das Fraunhofer IZI bringt langjährige Erfahrung in anwendungsorientierter Forschung sowie in der GMP-konformen Herstellung innovativer Biotherapeutika ein. Geplant sind gemeinsame klinische Studien in frühen und späten Phasen sowie eine systematische Analyse immunologischer Reaktionen der Patienten auf die neuen Therapien.

Der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Daniela Dieterich und der Leiter des Instituts für Klinische Immunologie und Zelltherapeutika, Prof. Dr. med. Stephan Fricke. | Quelle: Jana Dünnhaupt | Copyright: Uni Magdeburg
Der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Daniela Dieterich und der Leiter des Instituts für Klinische Immunologie und Zelltherapeutika, Prof. Dr. med. Stephan Fricke. | Quelle: Jana Dünnhaupt | Copyright: Uni Magdeburg

Die Partnerschaft stärkt somit den Standort Magdeburg als Ort, an dem medizinische Spitzenforschung konsequent in neue Therapien für Patienten überführt wird. Besonders betont wurde, dass die erfolgreiche Arbeit von Prof. Dr. med. Stephan Fricke am Fraunhofer IZI nun auch an der Universitätsmedizin Magdeburg fortgesetzt wird. Fricke ist als Professor für Klinische Immunologie und Zelltherapeutika in Magdeburg sowie als Direktor für Klinischen Transfer am Fraunhofer IZI tätig und verbindet beide Institutionen.

Die Medizinische Fakultät der Universität Magdeburg sieht in der Kooperation einen strategischen Ausbau ihrer Kompetenzen an der Schnittstelle von Immunologie und innovativen Therapieverfahren. Das Fraunhofer IZI unterstrich, dass Zell- und Gentherapien zu den Schlüsseltechnologien der modernen Medizin gehören und eine enge Verzahnung von universitärer Forschung, technologischer Entwicklung und regulatorisch abgesicherter Herstellung für den Transfer in die klinische Praxis unverzichtbar sei.

Die Vereinbarung ist Teil des geförderten Clusters SaxoCell® und steht im Einklang mit der Nationalen Strategie für Zell- und Gentherapien des Bundes. Sie soll die in Mitteldeutschland aufgebauten Strukturen im Bereich Zell- und Gentherapie weiter festigen, gemeinsame Drittmittelprojekte ermöglichen, den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und translationale Forschungs- und Versorgungsangebote ausbauen.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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