Automatisierte Analytik: Ein Meilenstein für die Labordiagnostik

von | Feb. 27, 2026 | Corporate News

Die klinische Massenspektrometrie gilt aufgrund ihrer hohen Sensitivität als Goldstandard, war jedoch bisher oft zu personalintensiv für den Klinikalltag. Bioscientia in Ingelheim zeigt nun, wie die Integration vollautomatisierter Lösungen den Sprung in den 24/7-Routinebetrieb ermöglicht. Durch intuitive Bedienung und effiziente Workflows wird das Team entlastet, während gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung durch den Einsatz der LC-MS/MS im Zentrallabor gesteigert wird.

Technologiewandel: Die Integration der Massenspektrometrie in den Laborbetrieb

Die klinische Flüssigkeitschromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS) wird aufgrund ihrer Spezifität und Sensitivität in der Analytik eingesetzt. Trotz dieser Eigenschaften war die Anwendung in der klinischen Chemie bisher oft auf spezialisierte Bereiche begrenzt. Die Gründe hierfür lagen in den strukturellen Anforderungen: Die Verfahren galten als personalintensiv, erforderten Fachpersonal mit LC-MS/MS-Kenntnissen und waren aufgrund manueller Schritte schwer in die Abläufe von Zentrallaboren zu integrieren.

Systemische Integration in die Laborautomation

Um die Massenspektrometrie für die Patientenversorgung breiter nutzbar zu machen, war der Schritt von der manuellen Insel-Lösung hin zum vollautomatisierten System entscheidend. Bei Bioscientia in Ingelheim wurde dies durch die Erweiterung der Laborstraße um dascobas® i 601 Analysemodul von Rocherealisiert. Dieser Schritt ermöglicht es, das LC-MS/MS-Verfahren in die bestehende Systemlandschaft zu integrieren und in die Routine des Zentrallabors zu überführen.

Dr. Oliver Harzer, CEO von Bioscientia, stellt dazu fest: „Mit cobas® Mass Spec bringen wir die klinische Massenspektrometrie erstmals in die Routine – ein echter Meilenstein für uns und die Zukunft der Labordiagnostik“. Ziel dieser Umstellung ist es, Parameter mit hohem Probenaufkommen aus der Spezialanalytik in die automatisierte Zentrallabor-Umgebung zu überführen.

Copyright: Roche Diagnostics
Copyright: Roche Diagnostics

Anforderungen an das Personal und operative Abläufe

Ein wesentlicher Aspekt bei der Einführung dieser Technik ist die personelle Abdeckung im Schichtbetrieb. Während herkömmliche LC-MS/MS-Verfahren oft Expertenwissen voraussetzen, verändert die Automatisierung das Anforderungsprofil. „Man braucht kein Vorwissen in der Massenspektrometrie, um das cobas® i 601 Analysemodul zu bedienen, da das System sehr selbstständig läuft“, berichtet Tanja Westenberger, MTLA im Automatenlabor. Durch eine softwaregestützte Benutzerführung und automatisierte Prozesse lässt sich das System in den regulären Betrieb integrieren.

Diese Organisation der Arbeitsabläufe ermöglicht es Laboren, personelle Kapazitäten anders zu verteilen. Frank Exner, COO bei Bioscientia, gibt an, dass durch die Automatisierung von Proben mit hohem Durchsatz das Team entlastet wird. So entstehen freie Kapazitäten bei Expertenteams und den Fachkräften bleibt mehr Zeit für die Bearbeitung von Spezialparametern.

Daten zum Durchsatz und zur Qualitätssicherung

In der Anwendung wird die Kapazität des Systems bei Parametern wie Vitamin D deutlich, wo Durchsatzraten von 400 bis 500 Aufträgen pro Tag erreicht werden. Der tägliche Wartungsaufwand für das Modul beläuft sich dabei auf etwa fünf Minuten.

Die Standardisierung dieser Prozesse trägt zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse bei. Dr. Maria Shipkova, Fachärztin für Laboratoriumsmedizin, fasst zusammen: „Wir erreichen eine neue Qualitätsstufe in der klinischen Massenspektrometrie – vollautomatisiert und harmonisiert“. Damit etabliert sich LC-MS/MS als Bestandteil der automatisierten Labordiagnostik.

Starke Partnerschaft mit klarem Ausblick

Die Implementierung des Systems markiert den Beginn einer langfristigen Ausweitung der automatisierten Analytik, die auf der engen strategischen Kooperation zwischen Roche und Bioscientia basiert. Ein direkter Austausch ermöglicht es dabei, praktische Erfahrungswerte kontinuierlich in die Weiterentwicklung des Systems einfließen zu lassen. Zukünftig plant Bioscientia, das Spektrum auf weitere Parameter wie Steroidhormone und Arzneistoffe auszudehnen, um die Kapazitäten der automatisierten Massenspektrometrie für die Patientenversorgung voll auszuschöpfen.

Link zum Erfahrungsbericht:

Bioscientia: Klinische Massenspektrometrie im Routinelabor


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